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Das Fahrrad- ABC
Leistung und Energie
Fahrrad und Gesundheit
Einstellungssache



Das Fahrrad-ABC

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Bowdenzug

In einem Spiralschlauch aus Stahldraht befindet sich ein Draht, der gegen die Hülle verschoben wird. Mit diesem Drahtzug ist es möglich, Kraft ohne große Verluste um die Ecke zu übertragen. Bremsen, Kettenschaltung und Getriebenaben werden oft durch Bowdenzüge betätigt.

Leuchtdiode

Beim Fahrrad eine Ergänzung oder Ersatz der normalen Rücklichtglühbirne: Mit einem Kondensator brennen die Leuchtdioden auch bei langsamer Fahrt und im Stand.

Dynamo

(alter Ausdruck für "Generator") Maschine zur Umwandlung von mechanischer in elektrische Energie. Beim Seitendynamo läuft der Dynamo an der Seitenflanke des Reifens. Zuverlässiger sind in die Nabe integrierte Nabendynamos. Sie liefern bei jedem Wetter zuverlässig Strom für die Beleuchtung.

Felgenbremse

Übliche Bremsenform, die mit Handhebeln bedient wird. Die Kraftübertragung erfolgt über einen Bowdenzug oder ein Hydrauliksystem . Die Bremsklötze nehmen die Felge in die Zange. Je genauer die Auflageflächen einander angepasst werden, desto stärker die Reibung - desto höher die Bremskraft .

Flansch

(mhd. "Zipfel") Beim Fahrrad die tellerartige Ausweitung der Nabe, in der die Speichen stecken.

Freilauf

Eine Vorrichtung sitzt in der Nabe. Sie löst die Verbindung zwischen Hinterrad und Kettenantrieb, sobald sich die Eigenrotation des Rades schneller ist, als der Tretantrieb. Die Pedale können ruhen, während sich die Laufräder weiterdrehen.

Hydraulikbremse

Die Bremswirkung / Bremskraftübertragung findet nicht über einen Bowdenzug statt, sondern über ein Öl oder eine ähnlich "volumenbeständige" Flüssigkeit.

Kettenblatt

Das "Zahnrad" am Tretlager.

Kettenschaltung

Die Gänge werden über "Zahnräder" variiert: am Tretlager die Kettenblätter, am Hinterrad die Ritzel. Den Kettenblattwechsel besorgt der Umwerfer, den Wechsel der Kettenritzel das Schaltwerk. Bei 3 Kettenblättern und 7 Ritzeln sind 21 verschiedene Kombinationen denkbar. Weil die Kette nie ganz schräg laufen soll und sich einige Kombinationen im Übersetzungsverhältnis sehr ähneln, resultieren aus den 21 Kombinationen nur etwa 12 bis 14 verschiedene Gänge (s.a. Übersetzung).

Kugellager

Bei Radnaben steht die Achse still. Die Hülle aber muss sich möglichst ohne Energieverluste um sie drehen können. Möglich ist das durch kleine Kugeln, die zwischen Achse und Hülle rollen.

Muffe

(von "Muff", ein schlauchartiger Handwärmer) Das ist ein kurzes Rohrstück, mit dem am Fahrradrahmen mehre Rohre meist durch Löten verbunden werden.

Nabe

(ahd. Nabel) Mittelpunkt der Laufräder. Mit diesem Teil sitzt das Rad auf der Achse. Nabenschaltung Die Gänge werden in der Hinterrad-Nabe variiert. Alle Nabenschaltungen nutzen so genannte Planetengetriebe.

Ritzel

Die "Zahnräder" am Hinterrad.

Rücktrittbremse

Die Bremsbeläge befinden sich innerhalb der Nabe. Die Bremskraft wird über die Pedale und Kette auf die Nabe übertragen. Vorteile gegenüber Felgenbremsen: unempfindlich gegenüber Dreck und Wasser, praktisch verschleißfrei, zuverlässig.

Scheibenbremse

Linksseitig, außerhalb der Speichen liegt eine Scheibe rund um die Achse. Die Bremsklötze nehmen nicht die Felge, sondern diese Scheibe in die Zange. Vorteil: Die Bremsklötze können sehr genau angepasst werden, greifen deshalb besser. Anwendung vor allem im Mountainbikebereich.

Übersetzung

Das Verhältnis der Zähnezahlen des treibenden zum getriebenen Zahnrad, bei der Kettenschaltung das Verhältnis zwischen Zähnezahl Kettenblatt zu Zähnezahl Ritzel. Im Berggang ist das vordere Kettenblatt verhältnismäßig klein, das hintere Kettenritzel verhältnismäßig groß. Im Schnellgang ist das vordere Kettenblatt verhältnismäßig groß, das Kettenritzel möglichst klein. Bei einer Pedalumdrehung dreht sich das Hinterrad dann mehrere Mal.

Vorbau

Das Verbindungsstück zwischen Gabel und Lenker.

Leistung und Energie

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Der Rad fahrende Mensch geht äußerst sparsam mit Energie um. Deutlich wird dies bei einer Energiebilanz bezogen auf die beförderte Person.
Dennoch verblüfft zunächst, was ein Spitzensportler wie Jan Ullrich am Tag so alles vertilgt:
Seine tägliche Portion enthält fünf- bis sechsmal so viel Energie wie die eines typischen Büroarbeites, nämlich bis zu 15.000 kcal oder rund 60.000 kJ.
Umgerechnet auf die gesamte Fahrtstrecke ist das aber gar nicht so viel. 60.000 KJ, das entspricht dem Energiegehalt von etwa zwei Liter Benzin.
Bleiben wir einen Moment in der Benzin-Welt: Fährt der Radprofi damit eine 260 km-Etappe, so beträgt sein Verbrauch auf 100 km - umgerechnet in Benzin - gerade mal 0,7 l, und dies bei einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 40 km/h.
Wer wandert, verbraucht - bezogen auf die zurückgelegte Strecke- etwa genauso viel.
Freizeitradler fahren langsamer und deshalb noch sparsamer, vor allem weil bei niedrigen Geschwindigkeiten der Windwiderstand eine geringere Rolle spielt (vgl. folgender Abschnitt). Sie kommen mit rund 40 kJ pro km, also 4000 kJ oder 0,1 l Benzin-Äquivalente pro 100 km aus.
Nicht mitgerechnet ist dabei der so genannte Grundumsatz, also die Energie, die der Körper braucht, allein um den Stoffwechsel aufrechtzuerhalten (rund 7000 kJ pro Tag, da entspricht einer Dauerleistung von etwa 80 Watt).

Fahrrad und Gesundheit

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Radsport ist ein sehr gesunder Sport.
Ein Grund dafür: der Körper ruht auf dem Sattel und muss keine Arbeit gegen die Schwerkraft verrichten. Die aufgewandte Energie kann fast ausschließlich zur Überwindung der Bodenreibung und des Luftwiderstandes aufgewendet werden.
Anders als beim Gehen oder Laufen ruht das Körpergewicht nicht auf den Knie- oder Fußgelenken. Die Gelenke können also schonend ohne starke Belastung bewegt und der Muskelapparat aufgebaut werden.
Ist der Muskelapparat erst aufgebaut, fängt er auch bei anderen Belastungen Stöße und Erschütterungen auf, Gelenke und Sehnen werden also auch langfristig geschont. Das Prinzip "Bewegung ohne Belastung" macht das Fahrradfahren nicht nur zum Hobby, sondern auch zur Therapie.

Macht Radfahren impotent?

Die kniegelenkschonende Gewichtsverlagerung beim Radfahren birgt auf der anderen Seite auch Gefahren in sich.
Das Hauptgewicht des Körpers verteilt sich nämlich nun je nach Haltung auf Körperregionen, die dafür ursprünglich nicht vorgesehen waren:
auf die Handgelenke und auf die Dammregion zwischen den Sitzbeinhöckern.

Abhängig von Breite und Polsterung der Sättel kann es im Damm zu Verengungen wichtiger versorgender Blutgefäße und Nerven kommen.
Gerade nach langen Radtouren macht sich dies als unangenehmes Kribbeln oder taubes Gefühl bemerkbar.
Ob Fahrradfahren allerdings auf diese Weise impotent macht, ist umstritten. Die möglichen Risiken werden durch den positiven Einfluss des Radfahrens auf die Fitness und das Wohlbefinden bei weitem ausgeglichen.
Risiken kann man durch die Wahl eines breiteren Sattels und durch Vermeidung starker Stöße (Gewicht kurzzeitig mit den Beinen abfangen, gefedertes Rad kaufen) verringern.

Alles Einstellungssache

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Neben der richtigen Laufrad- und Rahmengröße sind Sattel- und Lenkerhöhe für den Fahrspaß mit entscheidend.
Für einen guten Radverkäufer gehört die richtige Einstellung von Sattel und Lenker zum Service.
Unsere Tipps für eine "45-Grad-Haltung":

Sattelhöhe:

Die Ferse des ausgestreckten Beins erreicht - ohne Beckenkippen - gerade das untere Pedal.<

Position Sattel - Tretlager:

Ein Lot (Faden mit kleinem Gewicht) wird von der Sattelspitze gefällt. Es sollte 5 bis 6 cm hinter der Tretlagerachse pendeln.

Sattelneigung:

Normal ist die waagerechte Position, jede Abweichung erlaubt, wenn es denn bequem ist.

Abstand Sattel - Lenker:

Wenn der Ellenbogen vor der Sattelstütze liegt, sollen die Fingerspitzen gerade den Lenker erreichen.

Lenkerhöhe:

Entspricht üblicherweise der Sattelhöhe.
Von diesen Standardregeln können Sie natürlich jederzeit abweichen. Nehmen Sie sich auf die ersten Touren mit einem neuen Rad etwas Werkzeug mit. Gibt's Probleme, probieren Sie die folgenden Varianten:

bei Rückenproblemen:

Versuchen Sie, aufrechter zu sitzen, indem Sie den Lenker höher stellen und den Abstand zwischen Sattel und Lenker verkürzen. Eventuell müssen Sie dazu den Lenkervorbau austauschen.

bei Knieproblemen:

Probieren Sie es vorsichtig mit einem etwas höher eingestellten Sattel.

wenn Goliath auf Davids Rad sitzt:

Setzen Sie den Sattel weiter zurück und variieren Sie die Sattelhöhe so, dass Sie möglichst rund treten können.

bei unsicherer Fahrweise:

Stellen Sie den Sattel so tief, dass Ihr Fuß im Stand leicht den Boden erreicht. Eventuell kann es helfen, den Sattel auch ein Stück nach hinten zu schieben.

bei sportlichen Ambitionen:

Vergrößern Sie den Abstand zwischen Sattel und Lenker und neigen Sie die Sitzfläche leicht nach vorn. Diese Haltung ist aerodynamischer. Außerdem kann im Wiegetritt die Kraft besser aus dem Rücken auf die Pedale übertragen werden.


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